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Rendezvous zu dritt: Roman

Geschrieben von: admin auf 11. November 2014 Veröffentlicht / 336 Download Klicken







Autor: Sarah Harvey
Etikett: rendezvous dritt roman
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Pressestimmen
»Kraftvoll, kantig und geradezu satirisch unsentimental. Das alles hat jede Menge Pfeffer und genau die flotte Eleganz, von der gewisse deutsche 'Superweiber' noch eine Menge lernen können.« (Wilhelmshavener Zeitung über »Wachgeküsst« )


Jude und Lucy sind beste Freundinnen. Sie teilen alles miteinander: ihre Wohnung, Freud und Leid, jedes Geheimnis. Doch eines Tages verlangt Lucy von Jude einen Freundschaftsdienst der besonderen Art: Jude soll an ihrer Stelle zu einem Blind Date gehen, das ihre Mutter für sie arrangiert hat. Jude willigt ein, und die Täuschung gelingt. Doch damit fangen die Probleme erst an - denn Lucy ist auf dem besten Wege, sich in einen Mann zu verlieben, der sie für ihre beste Freundin hält ...

Klappentext
»Kraftvoll, kantig und geradezu satirisch unsentimental. Das alles hat jede Menge Pfeffer und genau die flotte Eleganz, von der gewisse deutsche 'Superweiber' noch eine Menge lernen können.«
Wilhelmshavener Zeitung über »Wachgeküsst«

Über den Autor und weitere Mitwirkende
Sarah Harvey, geboren 1969, lebt auf einem alten Landsitz in Cornwall. All ihre großen Unterhaltungsromane, zuletzt »Bitte nicht füttern« und »Kannst du mir verzeihen?«, waren internationale Erfolge.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»O Emmeline, Liebste, von jetzt an werden wir nie wieder voneinander getrennt sein. Ich schwöre es!« Emmeline spürte ihr Herz flattern wie einen kleinen Vogel in einem vergoldeten Käfig, als Brett sie an seine kräftige Brust zog und sie in seine muskulösen Arme schloss. Dann berührten seine warmen Lippen ihren Mund, um ihr den ersten, lang ersehnten Kuss zu geben. In ihr wallten überwältigende Gefühle auf, und sie glaubte... sie glaubte...« »Mist!«
Der dramatische Höhepunkt hat mich so aufgekratzt, dass ich vor lauter Rührung auf meine Tastatur sinke und verzweifelt die Worte auf meinem Bildschirm anstarre.
Das passiert mir jedes Mal.
Ich quäle mich jetzt schon seit zwei Wochen damit herum, das letzte Kapitel meines Buches zu Ende zu bringen, und immer wenn ich zum großen emotionsgeladenen Finale komme, klingelt das verdammte Telefon. Dieses schrille, nervtötende, hartnäckige Gebimmel, das mich jedes Mal an meinen furchtbaren Wecker erinnert, der mich allmorgendlich aus meinen süßen Träumen und meinem kuscheligen Bett reißt.
Wenn du zu Hause arbeitest, hast du es verdammt schwer - erst recht, wenn du einer Arbeit nachgehst, die weder von deinen Freunden noch von deiner Familie besonders ernst genommen wird. Alle nehmen an, dass ich nach Belieben jederzeit alles stehen und liegen lassen kann, um ein bisschen zu plaudern, mich mit ihnen zu treffen oder kleine Besorgungen für sie zu erledigen. Abgesehen von den unzähligen anderen Dingen, deren einziger Sinn darin besteht, mich abzulenken, wie zum Beispiel der Kühlschrank oder der Fernseher, die mich in schöner
Regelmäßigkeit verführen wie die Sirenen die liebeshungrigen Seeleute mit ihrem betörenden Gesang.
Daher meine wachsende Wut auf das Kommunikationsmittel, das angeblich der beste Freund der meisten meiner Artgenossinnen ist: das verdammte Telefon.
Ich recke trotzig das Kinn vor, ziehe meine Augenbrauen missbilligend zusammen und weigere mich, meinen Stuhl zu verlassen. Stattdessen warte ich, bis der Anrufbeantworter im Wohnzimmer anspringt. Drei Sekunden später schallt die schwachsinnige Ansage durch unsere große Wohnung. Wir haben sie während unseres letzten gemeinsamen Trinkgelages in der WG aufgenommen.
»Hallooo! Du bist bei Lucy (Mitbewohnerin Nummer eins), Jude (meine Wenigkeit) und Callum gelandet (Mitbewohner Nummer zwei, der seinen Namen aus einiger Entfernung brüllt und, wenn ich mich recht erinnere, zu dem Zeitpunkt gerade mit seinem Lockenkopf kopfüber über der Balkonbrüstung hing und dem trüben Wasser der darunter fließenden Themse gefährlich nah war).«
Dann übernimmt wieder Lucy. »Tut mir Leid, aber wir können zurzeit nicht ans Telefon gehen, weil wir alle so voll sind wie Quartalsäufer bei einer Weinprobe und unsere Beine und Köpfe ihren Geist aufgegeben haben. Also hinterlass uns bitte nach dem Signalton eine Nachricht.«
Anstelle eines Pieptons ertönt nach der Ansage ein langer, Ekel erregender, aus Callums Tiefen hervorgewürgter Rülpser, der ihm herausrutscht ist, als er sich zurück über die Brüstung geschwungen hat und ins Wohnzimmer zurückgetorkelt ist. Nach unserer Sauferei hatte er den Gesetzen der Schwerkraft trotzen wollen, weil es ihm angeblich den Magen umgedreht hatte.
Nach dem Rülpser meldet sich eine vertraute fröhliche Stimme.
»Hallo, Jude! Ich bin's, Lucy Lästig. Könntest du vielleicht so lieb sein und meine Unterwäsche aus der Waschmaschine nehmen? Schmeiß sie einfach in den Trockenschrank, Darling, sonst vergesse ich sie noch und gehe heute Abend ohne Höschen weg, und das wäre ziemlich unangebracht, weil ich mit meiner Mutter zu Abend esse, findest du nicht? Tausend Dank! Bis später dann. Ach, was ich noch sagen wollte - ich hoffe, du kommst mit deinem Buch voran.« Nein, komme ich nicht.
Das heißt doch, aber nur, bis Lucy mich unterbrochen hat. Aber sie ist eine der wenigen, die das dürfen, ohne mich zur Weißglut zu bringen.
Lucy ist nicht nur meine Mitbewohnerin, sondern auch meine beste Freundin und Mitinsassin dieser Irrenanstalt, die sich mein Leben nennt. Wir sind seit der sechsten Klasse Freundinnen, und zwar die dicksten Freundinnen, die man sich vorstellen kann, und das, obwohl ich meinen Wirtschaftsleistungskurs in der Oberstufe nach dem zweiten Trimester geschmissen habe und stattdessen meinem unerschütterlichen Drang gefolgt bin, Schriftstellerin zu werden. Lucy hingegen ist standhaft geblieben, hat einen beneidenswerten Abschluss hingelegt und danach an der City University Wirtschaft studiert, während ich mich mit unzähligen Nullachtfünfzehn-Jobs über Wasser gehalten und mich bemüht habe, die nächste große Neuentdeckung in der literarischen Welt zu werden.
Die Schlussszene meines Buches deutet vermutlich schon darauf hin - ich trete zurzeit eher in die Fußstapfen von Barbara Cartland als in die Barbara Taylor-Bradfords, allerdings habe ich nicht auch nur annähernd den gleichen monumentalen Erfolg. Na ja, so schlecht bin ich auch nicht. Gerade schreibe ich an meinem Kitschroman Nummer drei, der den viel versprechenden Titel Flammende Herzen trägt. Wie ich gehört habe, finden meine Herz- und Schmerzgeschichten vor allem bei der Grauhaarbrigade und den Teekränzchendamen reißenden Absatz. Dafür bin ich den alten Ladys auf immer und ewig dankbar, denn ich verdiene genug, um einigermaßen über die Runden zu kommen - mit etwas, das mir am meisten Spaß macht.
Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich natürlich zugeben, dass ich mich eigentlich nie als Romanzenschreiberin gesehen habe. Eigentlich hatte ich es eher auf Booker- und Pulitzerpreise abgesehen - und das sollte erst der Anfang sein; Kingsley Amis statt Kitsch und Amour, aber was soll ich dagegen machen, ich habe nun mal ein natürliches Talent für etwas, was Callum liebenswürdigerweise »Gefühlsduselei« nennt. Das kann ich doch nicht einfach ignorieren, oder? Ich meine, ich sollte mich darauf einlassen und mir dieses Talent zunutze machen. Und genau das tue ich. Zumindest dann, wenn ich nicht permanent von irgendwelchen Störenfrieden unterbrochen werde.
So bin ich wieder einmal abrupt aus meinen Gedanken gerissen worden und fühle mich jetzt wie eine umgeschossene alte Blechdose in einer Schießbude. Einigermaßen verärgert trotte ich in unsere silberne Weltraumküche und versuche, die Waschmaschine zu lokalisieren, die sich, genauso wie der Kühlschrank und der Geschirrspüler, hinter einer glänzenden Wand aus Aluminiumtüren verbirgt.
Lucy, Callum und ich leben im Erdgeschoss einer großen alten Fischfabrik auf der Isle of Dogs, direkt am Ufer der Themse. Das alte Fabrikgebäude gehört Edwin, Lucys älterem Bruder. Es war in den Siebzigerjahren von einem fortschrittlich denkenden, Kaftan und Jesuslatschen tragenden Hippie umgebaut worden, der daraufhin in den Achtzigern zu einem der reichsten Immobilienmakler Londons wurde und als der inoffizielle Erfinder des »Loft-Apartments« glücklich und zufrieden seine bunten Perlenschnüre gegen Bossanzüge eintauschte. Gott sei Dank erinnert heute nur noch der Name des Gebäudes, »Peace House«, an die glücklichen Hippiezeiten.
Der ultratrendige Edwin jedenfalls hat die türkisch gemusterten Tapeten und die lila und gelb karierten Teppiche sofort entfernen lassen, und jetzt ist unser Peace House der Inbegriff minimalistischer Eleganz.
Das Haus ist riesig. Drei Etagen weiß getünchte Backsteinwände, sichtbare Deckenträger und dicke, von oben bis unten durchgehende Stützpfeiler aus Stahl, die dir höllische Kopfschmerzen bescheren, wenn du in trunkenem Zustand mit einem von ihnen kollidierst - ein Zustand, in dem sich die Bewohner unseres Haushalts relativ häufig befinden, wie ich leider zugeben muss.
Die mittlere und obere Etage bewohnt Edwin.
In einem Angeberpalast, der einiges über den Bewohner aussagt: jung, begabt und stinkreich. Außer ein paar eher modernistischen Stücken stehen keine weiteren Möbel in der Wohnung.

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